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Lumen White
Hier zeigt ein
Strömungstechniker den Kastenmachern wie etwas entwickelt werden kann.
Das Gehäusematerial : Ahorn 3lagig. Sensible Gemüter werden
sich vielleicht an dem leicht rauhen, tonal etwas flachen Beigeschmack
(Keramik-Chassis) stoßen , aber über alles gesehen, war es die
leichteste und flüssigste Stereo-Wiedergabe, die ich auf der
HighEnd gehört habe. Sie erinnerte stark an Elektrostaten, allerdings
mit körperhafterem Klang. Klar, dieser Wandler ist weder eine
Fläche, noch ein Kasten, sondern ein Körper. Ganz unschuldig an
dem guten Ergebnis waren mit Sicherheit nicht die
VAIC Röhren und
die DCS Digital-Elektronik,
die ich bisher niemals lausig hörte. Der Preis von 70.000,-DM erscheint
gerechtfertigt, wenn man bedenkt das andere in ähnlichen Preisklassen
"Kleiderschränke" anbieten, die auch genauso klingen! |
Es ist nahezu
unmöglich, eine stimmende Wertung über die von mir gehörten
Vorführungen abzugeben, denn ich achte weder auf zischelnde S-Laute
oder ähnliches, denn ich weiss zu gut, wie schnell sie durch kleinste
Konstruktionsfehler entstehen, und behoben werden können. Mir geht es
eher um den ganzheitlichen Musikeindruck, und da gibt es nur die
Möglichkeit der Fehlerabstraktion, um eine Essenz herauszufiltern. Ausserdem
sollte man auf Messen versuchen, den Gesamteindruck ins richtige Verhältnis
zu setzen:
Nr. 1: Die Multichannel SACD- Sony-Vorführung, erstmals war genug
"Raum" vorhanden, um grossorchestrale Aufnahmen ohne typische Limitierungen
wiederzugeben.
Nr. 2: "Lumen White" mit VAIC- und DCS-Elektronik. Einer der
besten Ansätze, die je im Bereich "Stereo" getätigt wurden.
Nr. 3:Die Vorführung von Lars Christensen mit dem neuen Flatline
"Valhalla" , einem Ausnahmekabel. Diese Vorführung bewies wieder einmal,
dass in stimmigen Ketten gut konstruierte kleine Lautsprecher - System Audio
(auch kein Kasten) - weitaus geringere Probleme bereiten, als grosse - weniger
ist oft mehr.
Nr. 4: Geithains sehr gelungene, stimmige Passiv-Lautsprecher für
den Profi-Bereich.
Die Reihenfolge dieser Aufstellung ist unwichtig, denn jeder "professionelle"
Nörgeler hätte an jedem System genug auszusetzen, aber ich habe
sie nach reiflicher Überlegung so empfunden, obwohl ich aus Zeitmangel
nicht alles gehört habe. 70% der anderen Vorführungen bewegte sich
im guten Mittelfeld, den Rest der spektakulären Darbietungen würde
ich als "Ganzkörperdildo" und Klirrwettbewerb bezeichnen, der wahrscheinlich
notwendig ist, um wirklich ernsthafte Entwicklungen finanzieren zu können,
denn das Zeug wird gekauft. Die Software Industrie rechnet ähnlich:
Mit billigsten, einfallslosesten Pop-Produktionen werden Klassik und Jazz
gesponsert.
Ich möchte mich
recht herzlich bei allen interessierten Gesprächspartnern bedanken:
Michael Holzhäuser mit Freunden, dem gesamten Sony-Team, Attila Csampai,
Dietmar Hill (Cyrus), Colin Hammerton, Steven Rochlin, Allan Wright, Sven
Boenicke, Norbert Lehmann, Wilfried Kress, Frank Mühe (Visonik), Barbara
Wunderlich (Crescendo), HGP, HPG, Ingmar Drews, Michael Lang
(Stereo), Olaf Sturm (Brieden
Verlag), Harald Hecken (im gewöhnungsbedürftigsten Outfit der Messe)
- natürlich bei Dieter
Ennemoser, der uns vieles ermöglicht hat und bei dem kompletten
High-End- Society
Team, welches diese High-End-Show auf die Beine stellte. Alle, die ich
jetzt vergessen habe, mögen mir verzeihen , oder mir eine wüste
Beschwerde-I-Mehl schicken. Schade,
dass Atoll Elektronik aus
Vertriebsgründen noch nicht ausstellen konnte - und ich hoffe,
dass wir uns alle im nächsten Jahr an diesem Ort vom 9. bis 12. Mai
wiedertreffen werden.
Walter Fischer |